FAQs Ghost-Sättel

Passt ein Ghost-Sattel auf jedes Pferd?


Nein, kein Sattel der Welt, egal wie flexibel er ist, kann auf jedes Pferd passen. Dafür sind Pferde zu verschieden.




Mein Pferd hat sehr wenig Muskeln, kann ein Ghost-Sattel hier passen?


Ghost-Sättel lassen sich sehr gut anpassen und passen vielen Pferden. Wenn Pferde allerdings eine „schlechte Rückenmuskulatur“ haben, sitzt idR KEIN Sattel gut. Insbesondere der im Volksmund als „Trapezmuskel-Atrophie“ bezeichnete Zustand, ist für die Lage jedes Sattels kritisch. Die Sättel KÖNNEN auf Grund der nicht vorhandenen Reitpferdemuskulatur nicht perfekt sitzen. Hier ist eine individuelle Lösung mit einer Beratung von Ort das Beste.

Bei Ghost-Sätteln ist unter Umständen eine Aufpolsterung des atrophierten Bereiches über die Sattelunterlage möglich. Ich empfehle immer, das Pferd erst zu trainieren und dann zu besatteln. Ein Pferd in einem schlechten Trainingszustand wird durch reiten nicht besser, sondern geht kaputt. Ich empfehle das Buch: „Gutes Training schützt das Pferd: Schonende Ausbildung nach osteopathischen Grundsätzen“ von Barbara Welter-Böller & Maximilian Welter. Dieses Buch könnt ihr gerne bei mir erwerben.

Wenn ihr Euch unsicher seid, ob Ihr für Eurer Pferd einen Ghost-Sattel verwenden könnt, dann lasst Euch bitte von einem Ghost-Händler beraten.

Hinweis für die Kunden, die eine Beratung von mir wünschen: Ich bin als osteopathisch geschulter Sattelanpasser sehr PRO Pferd und spreche meine etwaigen Bedenken auch offen an. Ich verkaufe lieber keinen Sattel, als alles zu besatteln, was nicht bei drei davongelaufen ist.
Das Reiten von Pferden, die offensichtlich auf Grund Ihres Trainingszustands nicht dafür geeignet sind, sehe ich kritisch. Gerne helfe ich Euch auch bei nicht perfekten Pferden und versuche die optimale Lösung für Euch zu finden. Ich bitte aber darum, dafür auch offen zu sein. Ich möchte eine langfristige Lösung für Euch beide! Das geht nur, wenn Ihr das auch möchtet. Manchmal ist das Geld, das Ihr für den neuen Sattel vorgesehen habt, besser in einen guten Trainer investiert...




Brauche ich unbedingt eine polsterbare Sattelunterlage?


Ja, weil die Passform des Sattels über die Sattelunterlage „feinjustiert“ wird. Zudem benötigen die meisten Pferd/Reiter Kombinationen noch eine zusätzliche, durchgängige Einlage in der Sattelunterlage, um eine optimale Polsterung und Passform zu gewährleisten.
Die Wahl der Einlagen ist Abhängig vom Körperbau/Trainingszustand Deines Pferdes, Deinem Gewicht und der vorgesehenen Sattelnutzung.

Hier gelten die Grundsätze:

Für den Reiter: Je mehr (Gewicht, Reitdauer), desto dicker (Einlage, ggf. Pad mit Lammfell-Unterseite)

Fürs Pferd: Je weniger (Muskulatur, Fett), desto mehr (dickere Einlagen, Lammfell-Unterseite)




Welchen Gurt brauche ich für einen Ghost-Sattel?


Einen Kurzgurt in der passenden Länge und Form. Ein Kurzgurt muss lang genug sein, um über den Bereich des Bewegungsradius des Ellenbogens hinauszugehen.

Ich finde den Begriff Kurzgurt unglücklich gewählt – der Gurt sollte besser heißen: „Gurt mit unterfütterten Schnallen“ – den das unterscheidet den Kurzgurt vom Langgurt und nicht die Länge ;-)

Ich habe eine große Auswahl an verschiedenen Mattes-Kurzgurten und berate Euch gerne.




Kann ich die Position der Gurtstrupfen verändern?


Ja, das ist beim Ghost-Sattel durch die bewegliche Gurtplatte sehr einfach möglich. Nachdem leichten angurten des Sattelgurts schiebst Du die Gurtplatte auf beiden Seiten einfach in die gewünschte Position.

Im unwahrscheinlichen Fall, dass eine extreme Position nötig ist (also bis zum Anschlag vorne oder hinten) kann es sein, das die Gurtplatte wieder ein bisschen vor bzw. zurückrutscht. Hier kann die Gurtplatte mit einem Riemchen am vorderen (oder hinteren) D-Ring fixiert werden.




Mein Pferd hat einen hohen, ausgeprägten Widerrist, passt hier ein Ghost-Sattel?


Ein Ghost-Sattel ist auch für Warmblüter, Araber oder sonstige Pferde im Sporttyp geeignet, die ja meist einen sichtbaren Widerrist haben (im Gegensatz zu Pony/Kaltbluttypen, die eher „tonnenförmig“ sind).

Durch die Wahl der passenden Basisvariante und der richtigen Kissenhöhe (und ggf. der Einlagen in der Sattelunterlage) hat der Sattel im Widerristbereich genug Freiheit.

Wenn zum ausgeprägten Widerrist allerdings noch Muskelatrophien im Schulter/Rückenbereich hinzukommen, das Pferd also unterbemuskelt ist, kann es sein, das der Ghost-Sattel nicht passt. Dies kann idR durch entsprechendes Training behoben werden. Im Einzelfall kann es also sein, der ein Ghost-Sattel solchen Pferden erst NACH entsprechendem Training passt.

Bitte lasst Euch in einem solchen Fall von einem Ghost-Sattler-Händler beraten und testet mit diesem gemeinsam die optimale Lösung für Euch und Eurer Pferd vor Ort aus.




Mein Pferd ist sehr breit, ich möchte aber schmal sitzen – wie ist das mit einem Ghost-Sattel?


Das Sitzgefühl wird unterschiedlich empfunden. Im Vergleich zu anderen baumlosen Sätteln, empfinden die meisten Reiter einen Ghost-Sattel als schmäler.

Auf einem breiten Pferd sitzt man aber naturgemäß immer auch breiter, als auf einem schmalen Pferd.

Wenn Du z.B. auf Grund von Hüftproblemen sehr schmal sitzen musst, solltest Du vielleicht die Wahl eines Kaltblüters als Reitpferd überdenken und Dir ein entsprechend schmales Pferd kaufen ;-)

Ein Ghost-Sattel kann Deinen Wunsch nach schmalen Sitzen unterstützen, er macht aber aus einem Kaltblut keinen Warmblüter...




Ich bin keine Elfe – kann ich trotzdem einen Ghost-Sattel benutzen?


Das ist eine Einzelfallentscheidung, die man nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten kann. Es gibt keine Gewichtsbegrenzung für Ghost-Sättel, da diese noch niemand festgelegt hat.

Ich denke, dass jemand der über 120 kg wiegt, vermutlich aus Liebe zum Pferd eh nicht reitet. Alle Menschen im Grenzbereich zwischen 100 – 120 kg werden vermutlich eher zu einem Sattel mit Sattelbaum greifen und für alle unter 100 kg die folgenden Zeilen als Denkanregung:

Als Grundsatz gilt: Dir muss die Sitzgröße passen (also um es profan zu sagen: der Hintern muss noch in den Sattel passen), das Pferd muss zu Dir passen und sich im entsprechenden Trainingszustand befinden. Zudem kommt es darauf an, was ihr zusammen vorhabt.

Ghost-Sättel in der Größe Standard bzw. Grande passen bis Hosengröße 44/46. Diese Sitzgröße ist also auch für barocke Hintern oder große Menschen geeignet. Bitte wähle die passende Größe für Deinen Hintern!

Ein baumloser Sattel KANN das Gewicht nicht derart über die gesamte Auflagefläche verteilen, wie ein Sattel mit Baum das kann. Das liegt in der Natur der Sache.

Wenn Du an der 100 kg-Marke kratzt, dann wirst Du sicher nicht lange Wanderritte unternehmen wollen. Oder stundenlang im leichten Sitz traben wollen. Davon würde ich in einem Ghost-Sattel eher abraten - für diese Nutzung solltest Du einen Sattel mit Baum wählen.

Menschen mit Format sind sich, meiner Erfahrung nach, Ihrer Verantwortung dem Pferd gegenüber noch viel bewusster, als manche Elfen-Mädchen mit 50 kg Körpergewicht. Ein schlecht sitzender Reiter schadet allerdings dem Pferd, egal mit wieviel Gewicht (und in welchem Sattel).

Bitte ließ auch hier zum Thema Gewicht und Reiten bei taunusreiter.de

Du kannst ausbalanciert sitzen?
Dein Pferd ist in einem guten Trainingszustand?
Du reitest Dein Pferd seinen Möglichkeiten entsprechend?
Du kennst die Grenzen der Belastbarkeit Deines Pferdes?

Na wunderbar – teste einen Ghost-Sattel beim Händler Deines Vertrauens und höre auf Dein Gefühl und Dein Pferd!

Ein Ghost-Sattel ist kein Reitpad, sondern ein sehr durchdachter und belastbarer Sattel. In Kombination mit den richtigen Kissen und dem perfekten Pad mit Einlagen steht einer Nutzung auch von Männern, sowie Frauen mit Format nichts im Wege.




Muss ich immer eine Aufstiegshilfe benutzen?


Ich empfehle immer eine Aufstiegshilfe zu verwenden, egal wie groß Dein Pferd ist oder welchen Sattel Du verwendest.

Meist findet sich ja auch im Gelände ein Ort, der besser zum Aufsteigen geeignet ist, als die Ebene. Das kann eine Bank, Baumstumpf oder eine Mulde sein...

Zudem macht es die richtige Aufstiegstechnik. Bitte halte Dich nicht am Sattel fest und wuchte Dich dann hoch. So wirst Du den Sattel auf jeden Fall zur Seite ziehen. Übe daran mit Schwung, in einem Rutsch und fix aufzusteigen. Halte Dich dabei (wenn Du von der linken Seite aufsteigst) mit der linken Hand an der Mähne fest. Deine rechte Hand legst Du flach auf die andere Sattelseite. So hast Du einen Gegendruck. Dann stellst Du den linken Fuß in den Bügel und stößt Dich mit dem rechten Bein mit Schwung vom Boden ab. So kannst Du aufsteigen, ohne dass der Sattel ins Rutschen kommt.

Das geht natürlich nur, wenn Dein Pferd mit seiner Größe kompatibel zu Deiner Größe ist. Wenn Du als 160 cm Mensch versuchst, auf ein 180 cm Sportpferd zu kommen, ist das natürlich so nicht möglich. Verwende in diesem Fall eine Aufstiegshilfe.




Meine bisherigen Sättel rutschen immer zu Seite – wird das auch mit einem Ghost-Sattel so sein?


Seitliches Rutschen hat seine Ursache in der (natürlichen) Schiefe des Pferdes und/oder in der Schiefe des Menschen. Wenn Du damit Probleme hast, wird dies vermutlich auch bei einem Ghost-Sattel auftreten. Arbeite (mit einem Trainer zusammen) an der Schiefe Deines Pferdes und gehe selbst zur Physiotherapie/Osteopathen. Gegen einen schiefen Menschen hilft kein spezieller Sattel, sondern Training.




Kann ich einen Ghost-Sattel vor dem Kauf testen?


Meinen "vor-Ort-Kunden" biete ich gerne an, den Ghost-Sattel eine Woche zu testen, bevor sie ihn kaufen. Ein Versand von Testsättel ist auf Grund des hohen Aufwands nicht mehr möglich.




Kann ich die Position der Steigbügelaufhängung ändern?


Ja, das ist möglich. Es sind zwei Steigbügelriemen-Positionen vorgesehen. Du kannst hier einfach den Bügelriemen umschnallen. Falls Du eine ungewöhnliche Bügelposition brauchst, die nicht von diesen beiden Möglichkeiten abgedeckt wird, kann ich Dir gerne eine Klettaufhängung unter der Sitzfläche anbringen. Dann kannst Du die Position frei bestimmen.




Wie wird ein GHOST Sattel gesattelt?


Anders als ein Sattel mit Sattelbaum (wie zum Beispiel die Deuber Sättel), darf hier der vordere Teil des Klettkissens auf dem Schulterblatt liegen. Da GHOST Sättel im vorderen Bereich flexibel sind, passt sich der Sattel hier der Bewegung der Schulter an. Das Schulterblatt rotiert unter dem Kissen.

Daher werden die Sättel auch etwas weiter vorne gesattelt, als man das von einem Sattel mit Baum gewöhnt ist. Am einfachsten ist es natürlich, wenn man sich das korrekte satteln von einem GHOST-Händler zeigen lässt.

Für alle aus der Ferne, lässt es sich vielleicht mit einem einfachen Bild verdeutlichen.
Schaue Dir Dein Pferd von der Seite an und stelle Dir vor, wo Du beim reiten ohne Sattel zum sitzen kommen würdest: Hinter dem auslaufenden Widerrist und vor der Lendenwirbelsäule - meist sitzt man so weit vorne wie möglich, also ab dem 12ten Brustwirbel, da wo der Widerrist, bzw. die Dornfortsätze "sitzbar" sind, der Widerrist also endet.

Schaue Dir nun Deinen GHOST-Sattel an. Hier kann man deutlich die Sitzfläche erkennen. Wenn der Sattel schon ein paarmal geritten wurde, hat man an der beginnenden Sitzfläche einen kleinen "Knick", da wo der Sattel für eine längeres Stück gerade wird. Dieser Beginn der Sitzfläche des Sattels und der auslaufende Widerrist sollen übereinstimmend gesattelt werden. Der Sattel soll Dich also so platzieren, wie Du auch beim ohne Sattel reiten sitzen würdest.




Hat der GHOST Sattel ein Kopfeisen? Die Sache mit den Pommeln...


Der GHOST Sattel hat kein starres Kopfeisen. Dabei ist es egal, ob Du ein Modell mit dem sichtbaren Bügel (sogenannter Pommel) hast oder eins, wo Du den Bügel nicht sehen kannst (sogenannter hidden Pommel - der Bügel ist nämlich trotzdem da, aber eben versteckt zwischen den Kunstlederschichten der Basis).

Im Pommel ist immer ein Metallstreifen verbaut, der flexibel ist. Auch bei sehr breiten Pferden ist der Pommel so flexibel, das er das Pferd nicht einengt.

Für schmale Pferde oder solche mit hohem Widerrist kann es sinnvoll sein, das ein stärkerer Metallstreifen verbaut wird.
Dann ist die Flexibilität zwar immer noch vorhanden, aber nicht ganz so stark ausgeprägt. Bei einigen Pferdetypen ist das sinnvoll und nötig. Auch wenn andere Basis-Varianten zum abkippen neigen, kann eine Basis mit verstärktem Pommel sehr sinnvoll sein, auch bei breiten Pferden. Die Flexibilität die GHOST Sättel ausmacht, bleibt vorhanden!
Ist die Verstärkung im sichtbaren Bügel, dann bleiben die Seitenteile der Basis immer noch stark flexibel - wählt man einen Sattel mit Horn, hat man übrigens immer diese Variante. Ist die Verstärkung im "hidden" Pommel, dann kann die Weite der Basis per Hand so eng oder weit aufgebogen (oder zusammengedrückt) werden, wie es Eurer Pferd braucht. Eine Rest-Flexibilität für die Schulterblattrotation bleibt auch bei dieser Variante vorhanden. Eure Händlerin wird Euch da beraten und die passende Basis unter Eurer gewünschten Sitzfläche auswählen.

Das ist aber eine wirkliche "Feinjustierung" - für die meisten Pferde können alle Varianten verwendet werden. Die verschiedenen Varianten auszuprobieren und sich hinsichtlich der perfekten, individuellen Polsterung beraten zu lassen, kann ich nur jedem empfehlen. Was wie am besten passt ist eine Einzelfallentscheidung und kann nicht pauschal an irgendwas festgemacht werden.

Pommel ist übrigens das englische Wort für Vorderzwiesel und bezeichnet schlicht den vorderen, oberen Teil des Sattels der über dem Widerrist liegt.